Ein gutes Motivationsschreiben für ein Praktikum beantwortet nicht die Frage: „Warum bin ich motiviert?“ Es beantwortet die viel wichtigere Frage: Warum ergibt genau dieses Praktikum bei genau diesem Arbeitgeber für meinen nächsten beruflichen Schritt Sinn? In Deutschland wird ein Motivationsschreiben besonders dann relevant, wenn dein Lebenslauf noch wenig Berufserfahrung zeigt, dein Studiengang nicht offensichtlich zur Stelle passt oder du dich gegen viele ähnliche Bewerberinnen und Bewerber durchsetzen musst. Ich achte dabei nicht auf große Worte, sondern auf klare Verbindung: Was bringst du mit? Was willst du lernen? Warum dieses Unternehmen? Und warum jetzt? Ein Motivationsschreiben funktioniert nicht, wenn es wie eine freundliche Pflichtübung klingt. Es funktioniert, wenn ich als Recruiterin nach wenigen Absätzen verstehe: Diese Person hat sich Gedanken gemacht, kennt die Rolle und bewirbt sich nicht einfach überall mit Copy-Paste.
Ein Motivationsschreiben für ein Praktikum ist kein zweiter Lebenslauf und auch kein emotionaler Aufsatz darüber, wie sehr du dich schon immer für ein Thema interessiert hast. Es ist ein strategisches Bewerbungsdokument.
Der Zweck ist einfach: Du zeigst dem Arbeitgeber, warum deine Bewerbung trotz begrenzter Praxiserfahrung sinnvoll, glaubwürdig und relevant ist.
Gerade bei Praktikumsbewerbungen sehe ich oft dieselben Muster. Viele Kandidatinnen und Kandidaten schreiben freundlich, motiviert und korrekt. Aber sie bleiben zu allgemein. Dann steht dort etwas wie: „Ich interessiere mich sehr für Ihr Unternehmen und möchte praktische Erfahrungen sammeln.“ Das ist nicht falsch. Es ist nur so unspezifisch, dass es fast nichts entscheidet.
Ein starkes Motivationsschreiben beantwortet diese Fragen:
Warum möchtest du genau dieses Praktikum machen?
Welche Verbindung gibt es zwischen deinem Studium, deinen bisherigen Erfahrungen und der Praktikumsstelle?
Was willst du im Praktikum lernen, ohne so zu klingen, als wäre das Unternehmen nur deine persönliche Lernplattform?
Welche Fähigkeiten, Projekte, Interessen oder Erfahrungen machen dich relevant?
Nicht jede Praktikumsbewerbung verlangt ausdrücklich ein Motivationsschreiben. Aber wenn es gefordert wird, solltest du es ernst nehmen. Und wenn es optional ist, kann es besonders dann nützlich sein, wenn dein Lebenslauf allein deine Motivation nicht klar erklärt.
Ein Motivationsschreiben lohnt sich vor allem in diesen Situationen:
Du bewirbst dich für ein Pflichtpraktikum im Studium.
Du hast wenig oder keine relevante Berufserfahrung.
Du wechselst fachlich die Richtung, zum Beispiel von BWL in Marketing, von Psychologie in HR oder von Maschinenbau in Consulting.
Du bewirbst dich bei einem sehr beliebten Arbeitgeber.
Du hast einen Lebenslauf, der erklärungsbedürftig ist.
Du willst zeigen, dass deine Motivation nicht nur aus Interesse, sondern aus einer klaren beruflichen Richtung entsteht.
Viele Motivationsschreiben scheitern nicht an Grammatik, Länge oder Design. Sie scheitern daran, dass sie aus Kandidatensicht logisch wirken, aber aus Arbeitgeberperspektive offenlassen, warum die Bewerbung wirklich passt.
Das klingt dann zum Beispiel so:
Weak Example:
„Ich bin sehr motiviert, bei Ihnen ein Praktikum zu absolvieren, da ich praktische Erfahrungen sammeln und mein Wissen aus dem Studium anwenden möchte.“
Das ist freundlich, aber schwach. Warum? Weil fast jede Praktikumsbewerbung genau das sagen könnte. Der Satz erklärt nur, was du willst. Er erklärt nicht, warum der Arbeitgeber dich auswählen sollte.
Besser wäre:
Good Example:
„Im Schwerpunkt meines Studiums habe ich mich intensiv mit Konsumentenverhalten und digitaler Markenkommunikation beschäftigt. Besonders interessiert mich Ihr Praktikum im Marketing, weil ich dort analytische Auswertung, Kampagnenarbeit und operative Umsetzung verbinden kann. Genau diese Schnittstelle möchte ich praktisch kennenlernen, nachdem ich sie bisher vor allem in Projekten und Fallstudien bearbeitet habe.“
Der Unterschied ist nicht nur sprachlich. Der gute Satz verbindet Studium, Praktikumsinhalt und Lernziel. Das wirkt nicht wie „Ich brauche irgendein Praktikum“, sondern wie eine nachvollziehbare Entscheidung.
Und genau darauf achten Recruiter. Nicht auf perfekte Floskeln. Auf Plausibilität.
Wenn ich ein Motivationsschreiben lese, suche ich nicht nach literarischem Talent. Ich suche nach Signalen. Das ist wichtig, weil viele Bewerberinnen und Bewerber zu viel Energie in schöne Formulierungen stecken und zu wenig in die tatsächliche Aussage.
Ich prüfe vor allem vier Dinge.
„Ich bin sehr motiviert“ ist keine Motivation. Es ist eine Behauptung.
Konkrete Motivation zeigt sich daran, dass du erklären kannst, warum dich genau diese Aufgabe, Branche, Abteilung oder Unternehmenssituation interessiert. Nicht übertrieben. Nicht dramatisch. Einfach nachvollziehbar.
Ein gutes Motivationsschreiben sagt nicht nur: „Ich interessiere mich für HR.“ Es sagt zum Beispiel: „Mich interessiert besonders, wie Unternehmen Talente auswählen, ansprechen und durch strukturierte Prozesse führen. Deshalb passt ein Praktikum im Recruiting zu meinem bisherigen Interesse an Arbeitspsychologie und Kommunikation.“
Das ist deutlich stärker, weil ich sehe: Die Person versteht zumindest grob, worum es im Bereich geht.
Viele schreiben ein Motivationsschreiben, ohne die Stellenanzeige wirklich zu entschlüsseln. Sie greifen nur den Jobtitel auf. Das ist zu wenig.
Wenn in der Anzeige steht, dass du bei Marktanalysen, Präsentationen und Projektkoordination unterstützt, dann sollte dein Schreiben zeigen, dass du verstanden hast, welche Fähigkeiten dahinterstecken: analytisches Denken, saubere Aufbereitung, Zuverlässigkeit, Kommunikation, Umgang mit Informationen.
Du musst nicht alles schon perfekt können. Aber du solltest zeigen, dass du die Rolle nicht romantisierst.
Ein Praktikum in „Strategie“ besteht nicht nur aus großen Ideen. Es besteht oft aus Recherche, Excel, PowerPoint, Datenpflege, Abstimmungen und sehr vielen Versionen einer Präsentation. Willkommen in der Realität. Sie ist nicht glamourös, aber lehrreich.
Ein gutes Motivationsschreiben für ein Praktikum braucht keine kreative Sonderform. Es braucht klare Führung. Die Leserin oder der Leser sollte schnell verstehen, warum du schreibst, warum du passt und was du mitbringst.
Eine starke Struktur sieht so aus:
Einstieg mit konkretem Bezug zur Stelle
Motivation für das Praktikum und den Fachbereich
Relevante Erfahrungen, Kenntnisse oder Projekte
Bezug zum Unternehmen oder Team
Klarer Abschluss mit Verfügbarkeit und Gesprächsbereitschaft
Das klingt simpel. Die Qualität entsteht aber nicht durch die Struktur, sondern durch die Präzision innerhalb dieser Struktur.
Der erste Absatz entscheidet, ob dein Schreiben nach Vorlage klingt oder nach echter Bewerbung.
Vermeide Einstiege wie:
Ein Motivationsschreiben für ein Praktikum sollte in der Regel eine Seite lang sein. Ideal sind etwa 300 bis 500 Wörter, je nach Anforderung des Arbeitgebers. Wenn ausdrücklich eine bestimmte Länge genannt wird, halte dich daran.
In Deutschland ist eine Seite bei Bewerbungsunterlagen weiterhin der Standard, besonders wenn das Motivationsschreiben Teil einer vollständigen Bewerbung mit Lebenslauf, Zeugnissen und weiteren Nachweisen ist.
Zu kurz wirkt oft lieblos. Zu lang wirkt unpriorisiert.
Was ich in der Praxis sehe: Die besten Motivationsschreiben sind selten die längsten. Sie sind die klarsten. Sie treffen schneller den Punkt, weil die Person verstanden hat, was relevant ist.
Eine gute Länge ermöglicht:
einen konkreten Einstieg
eine nachvollziehbare Motivation
zwei bis drei relevante Belege
einen sauberen Bezug zur Stelle
einen professionellen Abschluss
Du kannst diese Struktur als Orientierung nutzen. Nicht blind kopieren, sondern an deine Situation anpassen.
Betreff: Bewerbung um ein Praktikum im Bereich [Bereich] ab [Zeitraum]
Einstieg:
Nenne direkt die Praktikumsstelle und verbinde sie mit deinem fachlichen Interesse oder Studienbezug. Vermeide allgemeine Floskeln.
Motivation:
Erkläre, warum dich genau dieser Bereich interessiert. Beziehe dich auf Aufgaben aus der Stellenanzeige oder auf ein klares berufliches Ziel.
Qualifikation:
Zeige, welche Kenntnisse, Projekte, Erfahrungen oder Fähigkeiten du mitbringst. Bleibe relevant. Ein Nebenjob kann sehr wertvoll sein, wenn du die richtige Verbindung herstellst.
Unternehmensbezug:
Erkläre, warum dieser Arbeitgeber oder dieses Team zu deinem Lernziel und Profil passt. Schreibe nicht nur, dass das Unternehmen bekannt oder erfolgreich ist.
Abschluss:
Nenne Verfügbarkeit, Zeitraum und Gesprächsbereitschaft. Bleibe freundlich und klar.
Das Entscheidende: Diese Struktur soll dein Denken ordnen. Sie ersetzt nicht die inhaltliche Arbeit. Eine Vorlage kann dir helfen, aber sie kann dir nicht abnehmen, deine echte Passung herauszuarbeiten.
Und ja, genau da trennt sich meistens eine gute Bewerbung von einer Bewerbung, die aussieht wie „Ich habe ChatGPT gebeten, freundlich zu klingen“. Freundlich reicht nicht. Relevant gewinnt.
Gute Formulierungen sind konkret, ruhig und glaubwürdig. Sie übertreiben nicht. Sie zeigen Zusammenhang.
Good Example:
„Ihr Praktikum im Bereich Human Resources spricht mich besonders an, weil es Recruiting, Bewerberkommunikation und operative HR-Prozesse verbindet. Diese Themen passen sehr gut zu meinem Studienschwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie.“
Good Example:
„Im Rahmen meines BWL-Studiums habe ich gemerkt, dass mich besonders die Verbindung aus Analyse, Strategie und Umsetzung interessiert. Deshalb bewerbe ich mich für Ihr Praktikum im Bereich Consulting, in dem ich diese Perspektive erstmals in realen Kundenprojekten vertiefen möchte.“
Good Example:
„Die ausgeschriebene Praktikumsstelle im Produktmanagement passt zu meinem Interesse an nutzerorientierter Produktentwicklung und meiner bisherigen Erfahrung aus einem Hochschulprojekt zur Markteinführung eines digitalen Services.“
Good Example:
„Mich interessiert an diesem Praktikum besonders, dass die Aufgaben nicht nur unterstützend, sondern auch analytisch ausgerichtet sind. Ich möchte besser verstehen, wie Entscheidungen vorbereitet werden, welche Daten dafür relevant sind und wie Ergebnisse für verschiedene Stakeholder aufbereitet werden.“
Good Example:
„Ich möchte das Praktikum nutzen, um mein theoretisches Wissen aus dem Studium in einem professionellen Umfeld anzuwenden und gleichzeitig ein realistischeres Verständnis für die Anforderungen im Bereich Online Marketing zu gewinnen.“
Beim Pflichtpraktikum ist die Ausgangslage etwas anders. Arbeitgeber wissen, dass du das Praktikum für dein Studium brauchst. Das ist nicht schlimm. Aber du solltest nicht den Eindruck erwecken, dass der Hauptgrund deiner Bewerbung nur die Studienordnung ist.
Ein Satz wie „Im Rahmen meines Studiums muss ich ein Pflichtpraktikum absolvieren“ ist sachlich korrekt, aber als Motivation schwach.
Besser ist eine Kombination aus Pflicht und Richtung:
Good Example:
„Im Rahmen meines Studiums ist ein Pflichtpraktikum vorgesehen. Ich möchte diese Phase gezielt nutzen, um meine Kenntnisse im Bereich Recruiting und Personalentwicklung in einem professionellen Unternehmensumfeld anzuwenden und besser zu verstehen, wie Auswahlprozesse in der Praxis gestaltet werden.“
Das klingt nicht nach „Ich brauche einen Platz“. Es klingt nach „Ich nutze eine Studienanforderung sinnvoll.“
Bei Pflichtpraktika solltest du außerdem sehr klar sein bei:
Zeitraum
Dauer
Anforderungen der Hochschule
möglicher Vollzeit- oder Teilzeitregelung
Bei einem freiwilligen Praktikum musst du stärker erklären, warum du dieses Praktikum machen möchtest. Es gibt keine Studienordnung als offensichtlichen Anlass. Deshalb sollte deine Motivation noch bewusster wirken.
Ein freiwilliges Praktikum kann sehr stark sein, wenn du zeigst, dass es Teil einer klaren Entwicklung ist.
Zum Beispiel:
Good Example:
„Nach ersten theoretischen Einblicken in Markenführung und Konsumentenverhalten möchte ich vor meiner Spezialisierung im Master praktisch prüfen, ob der Bereich Brand Management langfristig zu mir passt. Ihr Praktikum bietet dafür besonders gute Einblicke, weil es sowohl operative Kampagnenarbeit als auch analytische Auswertungen umfasst.“
Das ist glaubwürdig. Die Person behauptet nicht, schon alles zu wissen. Sie zeigt aber eine klare Richtung.
Bei freiwilligen Praktika ist besonders wichtig, nicht beliebig zu klingen. Wenn du dich für ein Praktikum im Marketing, HR, Finance und Business Development gleichzeitig bewirbst, kann das okay sein, wenn du noch explorierst. Aber dein Motivationsschreiben darf nicht so klingen, als wäre jeder Bereich gleich passend.
Für jede Bewerbung brauchst du eine eigene Logik.
Nicht komplett neu schreiben. Aber neu denken.
Die meisten Fehler sind nicht dramatisch. Sie sind nur leider sehr sichtbar. Und in einem Bewerbungsprozess mit vielen ähnlichen Profilen reicht oft ein schwaches Signal, damit eine Bewerbung nach unten rutscht.
Viele Motivationsschreiben sind voller positiver Adjektive: begeistert, fasziniert, leidenschaftlich, hochmotiviert, spannend, innovativ.
Das Problem: Begeisterung ohne Beleg wirkt schnell leer.
Wenn dich etwas begeistert, erklär kurz, wodurch. Ein Projekt. Ein Modul. Eine Erfahrung. Eine Aufgabe. Eine Beobachtung.
Weak Example:
„Ich bin begeistert von Marketing und kreativen Kampagnen.“
Good Example:
„Mein Interesse an Marketing ist besonders durch ein Studienprojekt entstanden, in dem wir eine Social-Media-Kampagne für ein fiktives Produkt entwickelt und anhand von Zielgruppenfeedback angepasst haben.“
Der zweite Satz ist weniger dramatisch, aber viel glaubwürdiger.
Vorlagen sind nicht das Problem. Unbearbeitete Vorlagen sind das Problem.
Wenn dein Motivationsschreiben dieselbe Struktur und dieselben Formulierungen nutzt wie hundert andere Bewerbungen, bleibt nichts hängen. Gerade bei Praktikumsbewerbungen sind viele Kandidatinnen und Kandidaten formal ähnlich: Studium, erste Projekte, wenig Erfahrung, Motivation zum Lernen.
Dein Vorteil entsteht durch Präzision.
Nicht: „Ich möchte praktische Erfahrungen sammeln.“
Stellenanzeigen sind manchmal erstaunlich vage. Da steht dann „Hands-on-Mentalität“, „Teamfähigkeit“, „Eigeninitiative“ und „spannende Einblicke“. Klingt nett. Hilft aber nur begrenzt, wenn man nicht weiß, was dahintersteckt.
Ich übersetze dir einige typische Formulierungen.
Das bedeutet oft: Es gibt operative Aufgaben, die zuverlässig erledigt werden müssen. Nicht alles wird strategisch oder kreativ sein.
Was du im Motivationsschreiben zeigen solltest: Du bist nicht nur an glamourösen Aufgaben interessiert, sondern verstehst, dass gutes Arbeiten auch Sorgfalt, Verlässlichkeit und saubere Umsetzung bedeutet.
Das bedeutet nicht, dass du allein gelassen wirst. Es bedeutet meistens: Das Team hat keine Kapazität, jede Kleinigkeit fünfmal zu erklären.
Zeig deshalb, dass du strukturiert arbeitest, Fragen sinnvoll bündelst und Verantwortung für Aufgaben übernehmen kannst.
Bei Praktika heißt das nicht automatisch, dass du schon in genau diesem Bereich gearbeitet haben musst. Es kann auch bedeuten: Du hast Projekte, Nebenjobs, Hochschulaktivitäten oder relevante Tools genutzt.
Wichtig ist, dass du die Verbindung erklärst. Der Arbeitgeber macht diese Denkarbeit nicht immer für dich.
Das heißt je nach Rolle Unterschiedliches. Im HR kann es Bewerberkommunikation bedeuten. Im Consulting klare Präsentationen. Im Marketing Abstimmung mit Agenturen oder internen Teams. Im Engineering präzise technische Dokumentation.
Viele Bewerberinnen und Bewerber denken, sie hätten „nichts Relevantes“ zu sagen, weil sie noch keine große Berufserfahrung haben. Meistens stimmt das nicht. Sie suchen nur an der falschen Stelle.
Für ein Praktikum zählt nicht nur formale Berufserfahrung. Es zählt auch Potenzial, Arbeitsweise und fachliche Anschlussfähigkeit.
Relevanz kann aus diesen Bereichen kommen:
Studienmodule
Projektarbeiten
Seminararbeiten
Nebenjobs
Ehrenamt
private Projekte
Sprachkenntnisse
Wenn du noch keine Berufserfahrung hast, sollte dein Motivationsschreiben nicht defensiv werden. Du musst nicht entschuldigen, dass du am Anfang stehst. Ein Praktikum ist genau dafür da.
Fokussiere dich auf drei Dinge:
fachliche Grundlage
Lernfähigkeit
konkrete Motivation für den Bereich
Eine gute Formulierung könnte so aussehen:
Good Example:
„Auch wenn ich bisher noch keine praktische Erfahrung im Bereich Recruiting gesammelt habe, habe ich durch mein Studium der Psychologie eine starke fachliche Grundlage in Kommunikation, Diagnostik und Arbeitsverhalten entwickelt. Besonders interessiert mich, wie diese Themen in realen Auswahlprozessen angewendet werden und wie Unternehmen gute Entscheidungen über Kandidatinnen und Kandidaten treffen.“
Das funktioniert, weil der Text nicht sagt: „Ich habe nichts.“ Er sagt: „Ich habe eine Grundlage, und ich weiß, wo ich sie anwenden möchte.“
Wenn du keine Berufserfahrung hast, vermeide diese Fehler:
dich für fehlende Erfahrung entschuldigen
Ein gutes Motivationsschreiben muss zum Bereich passen. Ein HR-Praktikum verlangt eine andere Logik als ein Finance-Praktikum. Nicht jede Bewerbung sollte denselben Ton und dieselben Argumente haben.
Bei Marketing-Praktika ist der häufigste Fehler, nur über Kreativität zu schreiben. Marketing ist nicht nur Ideenfindung. Es geht auch um Zielgruppen, Daten, Kanäle, Umsetzung, Auswertung und Priorisierung.
Betone daher:
Interesse an Zielgruppen und Kommunikation
erste Erfahrung mit Social Media, Kampagnen, Content oder Analyse
Verständnis für Daten und Wirkung
saubere Umsetzung, nicht nur Kreativität
Tools wie Canva, Excel, Google Analytics, Meta Business Suite oder CMS, falls vorhanden
Good Example:
„Mich interessiert Marketing besonders dort, wo kreative Kommunikation und datenbasierte Entscheidungen zusammenkommen. In einem Studienprojekt zur Kampagnenentwicklung habe ich gemerkt, wie wichtig Zielgruppenverständnis, klare Botschaften und anschließende Auswertung für wirksame Maßnahmen sind.“
Die Stellenanzeige ist kein dekorativer Text. Sie ist dein Briefing. Viele Bewerberinnen und Bewerber lesen sie zu oberflächlich und wundern sich dann, warum ihre Bewerbung nicht greift.
Ich würde eine Stellenanzeige für ein Praktikum immer in drei Ebenen lesen.
Markiere die Aufgaben, die mehrfach oder besonders konkret genannt werden. Wenn dort Recherche, Analyse, Präsentationen und Abstimmungen stehen, dann ist das der Kern. Dein Motivationsschreiben sollte dazu passende Signale liefern.
Nicht alle Aufgaben sind gleich wichtig. Die ersten drei Bullet Points in einer Stellenanzeige sind oft die relevantesten, weil sie aus Sicht des Teams am dringendsten sind.
Unterscheide zwischen Muss-Anforderungen und Wunschprofil.
Bei Praktika sind viele Anforderungen flexibler, als sie klingen. „Erste Erfahrung“ kann auch Projektarbeit bedeuten. „Sehr gute Excel-Kenntnisse“ heißt wahrscheinlich, dass du nicht bei jeder Tabelle Panik bekommen solltest. „Kommunikationsstärke“ muss für die konkrete Rolle übersetzt werden.
Aber bitte nicht ignorieren. Wenn eine Stelle sehr analytisch ist und dein Schreiben nur über Leidenschaft spricht, fehlt der Fit.
Hinter jeder Praktikumsstelle steckt ein Bedarf. Das Team braucht Unterstützung. Vielleicht gibt es viele Projekte, zu wenig Kapazität, saisonale Peaks, Reporting-Aufgaben oder operative Prozesse.
Ein gutes Motivationsschreiben zeigt indirekt: Ich verstehe, wobei ich unterstützen kann.
Viele Bewerberinnen und Bewerber fragen sich, ob ein Motivationsschreiben für ein Applicant Tracking System optimiert werden muss. Die realistische Antwort: Ja, aber nicht so mechanisch, wie viele denken.
In Deutschland nutzen viele größere Unternehmen ATS-Systeme, um Bewerbungen zu verwalten. Je nach System werden Dokumente durchsucht, sortiert oder für Recruiter leichter auffindbar gemacht. Trotzdem wird ein Motivationsschreiben selten nur wegen einzelner Keywords entschieden.
Was sinnvoll ist:
Verwende natürliche Begriffe aus der Stellenanzeige.
Nenne den richtigen Praktikumsbereich.
Greife relevante Tools, Aufgaben und Fachbegriffe auf.
Schreibe klar und maschinenlesbar.
Vermeide Grafiken, Textboxen oder komplizierte Formatierungen im Dokument.
Nutze eine saubere PDF-Datei, wenn nicht anders gefordert.
In vielen Bewerbungsprozessen wird der Begriff uneinheitlich verwendet. Das sorgt für Verwirrung.
Ein Anschreiben ist meist stärker bewerbungsbezogen: Stelle, Qualifikation, Passung, Verfügbarkeit. Ein Motivationsschreiben legt etwas mehr Gewicht auf Beweggründe, persönliche Zielsetzung und fachliches Interesse.
Bei Praktika ist diese Trennung aber oft theoretischer als praktisch. Wenn ein Unternehmen ein Motivationsschreiben verlangt, erwartet es meistens:
warum du das Praktikum willst
warum du zu diesem Bereich passt
warum du dich bei diesem Arbeitgeber bewirbst
was du mitbringst
wann du verfügbar bist
Du solltest also kein rein persönliches Motivationsessay schreiben. Das wäre zu weich. Genauso solltest du kein kaltes Anschreiben schreiben, das nur Qualifikationen auflistet. Das wäre für ein Praktikum oft zu dünn, weil dein Potenzial und deine Lernrichtung wichtig sind.
Die beste Lösung ist eine Mischform: persönlich genug, um deine Motivation zu verstehen, und konkret genug, um deine Passung zu bewerten.
Dieses Beispiel ist bewusst allgemein genug, um die Struktur zu zeigen, aber konkret genug, um nicht nach Vorlage zu klingen. Passe es immer an deine Stelle, dein Studium und den Arbeitgeber an.
Good Example:
Betreff: Bewerbung um ein Praktikum im Bereich Marketing ab September
Sehr geehrte Frau Müller,
die Verbindung aus Zielgruppenanalyse, Content-Erstellung und Kampagnenauswertung in Ihrem ausgeschriebenen Marketingpraktikum spricht mich besonders an. In meinem BWL-Studium habe ich mich im Schwerpunkt Marketing bereits intensiv mit Konsumentenverhalten und digitaler Kommunikation beschäftigt. Nun möchte ich dieses Wissen in einem professionellen Umfeld anwenden und besser verstehen, wie Marketingmaßnahmen im Unternehmensalltag geplant, umgesetzt und bewertet werden.
Besonders interessiert mich an der Stelle, dass sie sowohl analytische als auch operative Aufgaben umfasst. In einem Studienprojekt habe ich gemeinsam mit meinem Team eine digitale Kampagne für ein fiktives Produkt entwickelt, Zielgruppen definiert und die Ergebnisse anhand von Feedback ausgewertet. Dabei habe ich gemerkt, dass mich nicht nur die kreative Ideenentwicklung reizt, sondern vor allem die Frage, warum bestimmte Botschaften wirken und wie man Entscheidungen mit Daten besser begründen kann.
Neben meinem fachlichen Interesse bringe ich eine strukturierte Arbeitsweise und erste Erfahrungen mit Excel, PowerPoint und Content-Erstellung mit. Durch meinen Nebenjob im Kundenservice habe ich außerdem gelernt, klar zu kommunizieren, auf unterschiedliche Anliegen einzugehen und auch in arbeitsintensiven Phasen zuverlässig zu bleiben. Diese Erfahrungen möchte ich in Ihrem Marketingteam gezielt einbringen und weiterentwickeln.
Ihr Unternehmen interessiert mich besonders, weil Sie digitale Kommunikation eng mit datenbasierter Steuerung verbinden. Genau diese Schnittstelle passt zu meiner beruflichen Orientierung und würde mir helfen, ein realistischeres Verständnis für modernes Marketing in der Praxis zu gewinnen.
Ab September stehe ich Ihnen für ein sechsmonatiges Praktikum zur Verfügung. Ich freue mich darauf, Ihnen in einem persönlichen Gespräch mehr über meine Motivation und meine bisherigen Erfahrungen zu erzählen.
Bevor du dein Motivationsschreiben abschickst, prüfe es nicht nur auf Rechtschreibung. Prüfe es auf Entscheidungsrelevanz.
Ein gutes Motivationsschreiben für ein Praktikum erfüllt diese Punkte:
Der Einstieg nennt direkt eine konkrete Verbindung zur Stelle.
Die Motivation ist spezifisch und nicht nur behauptet.
Das Schreiben erklärt, warum dieses Praktikum fachlich Sinn ergibt.
Es enthält zwei bis drei relevante Belege aus Studium, Projekten, Nebenjobs oder anderen Erfahrungen.
Der Unternehmensbezug ist echt und nicht austauschbar.
Der Text wiederholt nicht einfach den Lebenslauf.
Die Verfügbarkeit ist klar genannt.
Ein starkes Motivationsschreiben führt nicht automatisch zur Einladung. Das wäre schön, aber Recruiting ist selten so sauber. Lebenslauf, Timing, Konkurrenz, interne Kandidatinnen und Kandidaten, Budget, Teamkapazität und manchmal auch schlicht Chaos spielen mit.
Aber ein gutes Motivationsschreiben kann drei Dinge schaffen:
Es macht dein Profil verständlicher.
Es erklärt deine Richtung.
Es gibt Recruitern und Hiring Managern einen Grund, genauer hinzusehen.
Gerade bei Praktika ist das wertvoll. Viele Profile sind ähnlich. Viele Lebensläufe zeigen noch wenig praktische Erfahrung. Viele Kandidatinnen und Kandidaten bringen Potenzial mit, aber erklären es schlecht.
Dein Motivationsschreiben sollte deshalb nicht versuchen, dich perfekt wirken zu lassen. Es sollte dich klar positionieren.
Die beste Wirkung entsteht, wenn ich nach dem Lesen denke: Diese Person ist noch am Anfang, aber sie versteht, warum sie hier ist. Sie hat sich mit der Stelle beschäftigt. Sie bringt eine sinnvolle Grundlage mit. Und sie könnte im Team wirklich etwas lernen und beitragen.
Das ist bei Praktikumsbewerbungen oft überzeugender als jede große Selbstbeschreibung.
Geschrieben von Simar Malhi, Recruiterin und Headhunterin mit internationaler Recruiting-Erfahrung. Ich schreibe über Lebensläufe, Bewerbungen, Hiring-Entscheidungen und die Realität hinter Recruiting-Prozessen. Mein Ziel ist es, Kandidatinnen und Kandidaten ehrlicher zu zeigen, wie Arbeitgeber, Recruiter, Personaler, Hiring Manager und Fachabteilungen tatsächlich auswählen.
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Create ResumeWarum passt der Arbeitgeber zu deinem Ziel und nicht nur irgendein Arbeitgeber?
Was würde ein Hiring Manager aus der Fachabteilung an dir praktisch interessant finden?
Das ist der Punkt, den viele unterschätzen: Recruiter lesen ein Motivationsschreiben oft zuerst auf Plausibilität. Hiring Manager lesen es auf Nutzbarkeit. Sie fragen sich nicht nur: „Ist diese Person nett und motiviert?“ Sie fragen sich: „Kann ich diese Person sinnvoll in mein Team einbinden, ohne bei null anfangen zu müssen?“
Die Stellenanzeige verlangt ausdrücklich ein Motivationsschreiben.
Du bewirbst dich initiativ für ein Praktikum.
Im deutschen Bewerbungsprozess wird oft zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben unterschieden, aber in der Praxis verschwimmen die Grenzen. Manche Arbeitgeber meinen mit Motivationsschreiben eigentlich ein klassisches Bewerbungsanschreiben. Andere erwarten eine stärker persönliche Begründung.
Meine praktische Regel: Wenn du dich für ein Praktikum bewirbst, sollte dein Motivationsschreiben immer beides leisten. Es muss deine Motivation erklären und gleichzeitig zeigen, warum du fachlich und praktisch zur Stelle passt.
Nur Motivation ohne Relevanz wirkt naiv. Nur Qualifikation ohne Motivation wirkt austauschbar.
Starke Motivationsschreiben belegen Aussagen mit kleinen, konkreten Hinweisen. Das müssen keine großen Berufserfahrungen sein.
Gute Belege können sein:
Studienprojekte
Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten
Werkstudententätigkeiten
Nebenjobs
Ehrenamt
Hochschulgruppen
Sprachkenntnisse
Softwarekenntnisse
Wettbewerbe
persönliche Projekte
relevante Kurse oder Schwerpunkte
erste praktische Erfahrungen
Wenn du schreibst, dass du analytisch arbeitest, zeig kurz, woher das kommt. Wenn du schreibst, dass du gerne organisierst, nenne ein Beispiel. Wenn du schreibst, dass dich ein Thema fachlich interessiert, verbinde es mit einem Modul, Projekt oder praktischen Erlebnis.
Recruiting ist nicht Hellsehen. Gib uns Material.
Das ist einer der häufigsten stillen Ablehnungsgründe. Ein Motivationsschreiben kann sprachlich gut sein und trotzdem austauschbar wirken.
Typische Signale für Copy-Paste:
Der Unternehmensname könnte problemlos ausgetauscht werden.
Es wird kein konkreter Bezug zur Stelle hergestellt.
Die Motivation bleibt auf „spannende Aufgaben“ und „renommiertes Unternehmen“ beschränkt.
Es werden Eigenschaften genannt, aber keine passenden Beispiele.
Der Text klingt wie aus einer Vorlage, nur mit geändertem Firmennamen.
Arbeitgeber wissen natürlich, dass Kandidatinnen und Kandidaten mehrere Bewerbungen schreiben. Niemand erwartet, dass du dein Herz exklusiv an eine einzige Praktikumsstelle verlierst. Aber sie erwarten, dass du zumindest erkennbar verstanden hast, worauf du dich bewirbst.
Weak Example:
„Hiermit bewerbe ich mich um ein Praktikum in Ihrem Unternehmen.“
Das ist formal okay, aber verschenkt. Ich weiß bereits, dass du dich bewirbst. Sonst wäre das Dokument nicht in der Bewerbung.
Besser:
Good Example:
„Die Verbindung aus datenbasierter Marktanalyse und operativer Kampagnenumsetzung in Ihrem Marketingpraktikum passt sehr gut zu meinem Studienschwerpunkt im Bereich digitales Konsumentenverhalten. Besonders reizt mich die Möglichkeit, nicht nur theoretisch über Zielgruppen zu arbeiten, sondern konkrete Maßnahmen im Team mitzugestalten.“
Dieser Einstieg macht drei Dinge richtig: Er greift die Stelle auf, zeigt fachliche Verbindung und erklärt eine konkrete Motivation.
Der Mittelteil ist kein Ort für eine komplette Nacherzählung deines Lebenslaufs. Viele Bewerberinnen und Bewerber machen hier den Fehler, alles aufzuzählen, was irgendwie positiv klingt.
Das Problem: Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig.
Wähle zwei bis drei relevante Punkte aus, die direkt zur Praktikumsstelle passen. Bei einem Praktikum im Controlling sind Excel, Zahlenverständnis und sorgfältige Arbeitsweise wichtiger als deine allgemeine Teamfähigkeit. Bei einem Praktikum im HR sind Kommunikation, strukturierte Arbeitsweise und Interesse an Auswahlprozessen relevanter. Bei einem Praktikum im Engineering zählen technische Projekte, Tools, Methodik und Problemlösung.
Ein guter Mittelteil zeigt:
Welche Erfahrungen dich vorbereitet haben
Welche Fähigkeiten für die Stelle relevant sind
Wo du schon praktisch oder projektbasiert gearbeitet hast
Was du im Praktikum gezielt vertiefen möchtest
Das Wort „gezielt“ ist hier wichtig. Arbeitgeber mögen Lernbereitschaft. Aber sie mögen keine Bewerbungen, die so klingen, als müssten sie erst einmal komplett herausfinden, was die Person überhaupt will.
Der Unternehmensbezug ist oft der unangenehmste Teil des Motivationsschreibens. Viele Kandidatinnen und Kandidaten schreiben dann Sätze wie: „Ihr Unternehmen ist innovativ, international und erfolgreich.“ Das ist nett gemeint, aber es klingt wie eine Pressemitteilung, die niemand bestellt hat.
Ein guter Unternehmensbezug ist nicht Bewunderung. Er ist Passung.
Frag dich:
Was macht dieses Unternehmen fachlich interessant für mein Praktikum?
Welche Produkte, Märkte, Themen oder Projekte passen zu meiner Richtung?
Was steht in der Stellenanzeige, das wirklich relevant ist?
Warum wäre dieses Umfeld für meinen nächsten Schritt sinnvoll?
Was kann ich dort lernen, das zu meinem Profil passt?
Weak Example:
„Ihr Unternehmen zählt zu den führenden Unternehmen der Branche und bietet spannende Entwicklungsmöglichkeiten.“
Good Example:
„Besonders interessant finde ich, dass Ihr Team Marketingkampagnen nicht isoliert betrachtet, sondern eng mit Datenanalyse und Vertrieb verzahnt. Genau diese Verbindung möchte ich besser verstehen, weil ich langfristig an der Schnittstelle zwischen Markenstrategie und Performance-orientierter Umsetzung arbeiten möchte.“
Das ist viel stärker, weil es nicht nur lobt. Es erklärt Passung.
Der Abschluss sollte freundlich und selbstbewusst sein. Nicht übertrieben dankbar, nicht steif, nicht bettelnd.
Gute Abschlüsse sind kurz:
Good Example:
„Gerne möchte ich meine Kenntnisse und meine Lernbereitschaft in Ihr Team einbringen und freue mich über die Möglichkeit, Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation zu überzeugen.“
Oder etwas direkter:
Good Example:
„Ab April stehe ich Ihnen für ein sechsmonatiges Praktikum zur Verfügung. Ich freue mich darauf, in einem Gespräch mehr über die Aufgaben zu erfahren und Ihnen zu zeigen, warum mein Profil gut zu Ihrem Team passt.“
Was ich vermeiden würde:
Weak Example:
„Ich hoffe sehr, dass Sie mir trotz meiner bisher geringen Erfahrung eine Chance geben.“
Bitte nicht. Du bewirbst dich nicht als Gnadenfall. Du bewirbst dich, weil du Potenzial, Lernfähigkeit und relevante Grundlagen mitbringst.
Wenn du mehr brauchst, um deine Motivation zu erklären, ist oft nicht die Länge das Problem. Dann ist deine Positionierung noch nicht klar genug.
Good Example:
„Langfristig sehe ich mich an der Schnittstelle zwischen Kommunikation, Analyse und Projektarbeit. Das Praktikum bietet mir die Möglichkeit, diese Richtung praktisch zu überprüfen und gezielt weiterzuentwickeln.“
Good Example:
„In einem Studienprojekt habe ich gemeinsam mit drei Kommilitoninnen eine Marktanalyse für ein digitales Geschäftsmodell erstellt. Dabei war ich vor allem für die Wettbewerbsanalyse, die Auswertung der Zielgruppenbefragung und die Präsentation der Ergebnisse verantwortlich.“
Good Example:
„Durch meinen Nebenjob im Kundenservice habe ich gelernt, strukturiert zu kommunizieren, auch wenn Anfragen unklar oder zeitkritisch sind. Diese Erfahrung möchte ich in einem professionellen HR- oder Projektumfeld weiterentwickeln.“
Good Example:
„Meine bisherigen Erfahrungen mit Excel, PowerPoint und Literaturrecherche möchte ich im Praktikum gezielt ausbauen, besonders bei der Aufbereitung von Analysen und Entscheidungsgrundlagen.“
Good Example:
„Besonders überzeugt mich, dass Ihr Unternehmen Praktikantinnen und Praktikanten früh in laufende Projekte einbindet. Für mich ist genau dieser Einblick wichtig, weil ich nicht nur einzelne Aufgaben bearbeiten, sondern die Arbeitsweise eines professionellen Teams verstehen möchte.“
Good Example:
„Ihre Ausrichtung auf nachhaltige Produktentwicklung passt sehr gut zu meinem fachlichen Interesse, weil ich mich im Studium bereits mit verantwortungsbewussten Geschäftsmodellen und Konsumentenverhalten beschäftigt habe.“
Good Example:
„Ab September stehe ich Ihnen für ein sechsmonatiges Praktikum zur Verfügung. Ich freue mich darauf, meine Motivation und meine bisherigen Erfahrungen in einem persönlichen Gespräch näher zu erläutern.“
Good Example:
„Gerne möchte ich Ihr Team mit meiner strukturierten Arbeitsweise, meiner Lernbereitschaft und meinem Interesse an [Bereich] unterstützen. Über die Einladung zu einem Gespräch freue ich mich sehr.“
Pflichtpraktikumsnachweis, falls relevant
Startdatum und Flexibilität
Recruiter mögen Klarheit. Nicht, weil sie ungeduldig sind, sondern weil Praktikumsplätze oft nach Zeitfenstern, Teamkapazität und Betreuungsmöglichkeiten geplant werden. Wenn dein Zeitraum unklar ist, entsteht unnötiger Abstimmungsaufwand. Und unnötiger Aufwand hilft selten einer Bewerbung.
Sondern: „Ich möchte lernen, wie Marktanalysen im Team aufbereitet und für konkrete Kampagnenentscheidungen genutzt werden.“
Nicht: „Ich arbeite gerne im Team.“
Sondern: „In Gruppenprojekten habe ich gemerkt, dass ich besonders gut darin bin, Aufgaben zu strukturieren, Ergebnisse zusammenzuführen und Präsentationen klar aufzubereiten.“
Viele Motivationsschreiben bestehen zur Hälfte aus Unternehmenslob. Das wirkt höflich, aber nicht überzeugend.
Der Arbeitgeber kennt sein Unternehmen. Du musst ihm nicht erklären, dass er international, innovativ und marktführend ist. Du musst erklären, warum das für deine Bewerbung relevant ist.
Ein guter Unternehmensbezug ist immer mit dir verbunden.
Schlecht: „Ihr Unternehmen ist weltweit erfolgreich.“
Besser: „Die internationale Ausrichtung Ihres Teams interessiert mich besonders, weil ich meine bisherigen Englischkenntnisse und meine Erfahrung aus einem internationalen Studienprojekt in einem professionellen Umfeld anwenden möchte.“
Lernbereitschaft ist stark. Unsicherheit ist es nicht.
Formulierungen wie „Ich weiß, dass ich noch keine Erfahrung habe, hoffe aber…“ schwächen deine Bewerbung unnötig. Natürlich weiß der Arbeitgeber, dass du dich für ein Praktikum bewirbst. Niemand erwartet zehn Jahre Berufserfahrung.
Besser ist:
Good Example:
„Auch wenn ich am Anfang meiner praktischen Laufbahn stehe, bringe ich durch mein Studium, meine Projektarbeit und meine strukturierte Arbeitsweise eine solide Grundlage mit, die ich im Praktikum gezielt weiterentwickeln möchte.“
Das ist realistisch, aber nicht kleinmachend.
Ein Motivationsschreiben sollte deinen Lebenslauf nicht wiederholen, sondern interpretieren.
Der Lebenslauf zeigt, was du gemacht hast. Das Motivationsschreiben erklärt, warum es für diese Stelle relevant ist.
Wenn im Lebenslauf steht, dass du ein Projekt gemacht hast, erklär im Motivationsschreiben, was du daraus für das Praktikum mitbringst. Wenn du einen Nebenjob hattest, zeig, welche übertragbare Fähigkeit daraus entsteht. Wenn du einen Studienschwerpunkt gewählt hast, erklär, warum er zur Praktikumsstelle passt.
Das ist die eigentliche Aufgabe: Kontext schaffen.
Schreibe also nicht nur „kommunikationsstark“. Zeig, welche Art von Kommunikation zur Rolle passt.
Proaktiv heißt im Praktikum nicht, dass du jede Woche die Unternehmensstrategie revolutionierst. Bitte nicht. Es heißt eher: Du wartest nicht passiv, wenn etwas unklar ist. Du denkst mit. Du fragst sinnvoll nach. Du erkennst kleine nächste Schritte.
Das ist viel praktischer als die große Selbstinszenierung.
Tools und Software
Auslandsaufenthalte
Wettbewerbe
Hochschulinitiativen
Tutorentätigkeiten
Gruppenarbeiten
Präsentationen
analytische Aufgaben
Der Trick ist nicht, alles großzureden. Der Trick ist, die richtige Brücke zu bauen.
Ein Nebenjob in der Gastronomie kann für ein HR-Praktikum relevant sein, wenn du Kundenkommunikation, Belastbarkeit und Organisation betonst. Ein Uni-Projekt kann für Consulting relevant sein, wenn du Analyse, Strukturierung und Präsentation hervorhebst. Eine Hausarbeit kann für ein Research-Praktikum relevant sein, wenn du Methodik, Quellenarbeit und sauberes Denken zeigst.
Ich achte weniger darauf, ob jemand schon eine perfekte Mini-Karriere hat. Ich achte darauf, ob die Person versteht, welche Erfahrungen übertragbar sind.
Das ist ein starkes Signal.
leere Soft Skills aufzählen
zu allgemein über Motivation schreiben
das Unternehmen übertrieben loben
keine Verbindung zur Stelle herstellen
den Lebenslauf künstlich aufblähen
Was besser funktioniert: Ehrliche, klare Positionierung.
Du bist nicht erfahren. Du bist anschlussfähig.
Bei HR-Praktika schreiben viele, dass sie „gerne mit Menschen arbeiten“. Das ist zu wenig. HR ist nicht nur Menschen mögen. Es geht um Prozesse, Kommunikation, Vertraulichkeit, Struktur und Entscheidungen.
Betone:
Interesse an Auswahlprozessen
Kommunikation mit Bewerberinnen und Bewerbern
Organisation und Zuverlässigkeit
Verständnis für Vertraulichkeit
psychologische, wirtschaftliche oder organisatorische Grundlagen
Interesse an Recruiting, Personalentwicklung oder Employer Branding
Good Example:
„Am Bereich Recruiting interessiert mich besonders, wie Unternehmen Anforderungen aus Fachabteilungen in klare Auswahlkriterien übersetzen und passende Kandidatinnen und Kandidaten identifizieren. Ich möchte verstehen, wie strukturierte Prozesse dazu beitragen, bessere Hiring-Entscheidungen zu treffen.“
Bei Consulting-Praktika reicht „Ich löse gerne Probleme“ nicht. Das sagen fast alle. Interessanter ist, ob du strukturiert denken, Informationen analysieren und Ergebnisse klar darstellen kannst.
Betone:
analytisches Denken
strukturierte Problemlösung
Präsentationsfähigkeit
Recherche und Datenaufbereitung
Teamarbeit unter Zeitdruck
Interesse an Geschäftsmodellen, Märkten oder Transformation
Good Example:
„Besonders reizt mich am Consulting die strukturierte Arbeit an komplexen Fragestellungen. In bisherigen Studienprojekten habe ich gelernt, Informationen zu ordnen, Hypothesen zu entwickeln und Ergebnisse verständlich zu präsentieren. Diese Arbeitsweise möchte ich in realen Projektkontexten vertiefen.“
Bei Finance-Praktika zählen Genauigkeit, Zahlenverständnis und analytische Sorgfalt. Motivation sollte nicht nur über „Interesse an Zahlen“ laufen, sondern über Entscheidungsrelevanz.
Betone:
analytische Fähigkeiten
Excel-Kenntnisse
Genauigkeit
Verständnis für Kennzahlen
Interesse an Planung, Reporting oder Bewertung
Studienschwerpunkte wie Finance, Accounting, Controlling
Good Example:
„Mich interessiert am Controlling besonders, wie finanzielle Informationen aufbereitet werden, um operative und strategische Entscheidungen zu unterstützen. Durch meine Studienschwerpunkte in Rechnungswesen und Unternehmenssteuerung bringe ich eine solide Grundlage mit, die ich im Praktikum praktisch anwenden möchte.“
Bei technischen Praktika sollte dein Schreiben weniger emotional und stärker projektorientiert sein. Zeig, welche technischen Grundlagen du hast, welche Tools du kennst und welche Art von Aufgaben dich interessiert.
Betone:
technische Projekte
Laborerfahrung
CAD, Programmierung, Simulation oder relevante Tools
methodisches Arbeiten
Problemlösung
Interesse an konkreten Produkten, Prozessen oder Technologien
Good Example:
„Im Studium habe ich besonders in den Modulen Konstruktion und Werkstofftechnik gemerkt, dass mich die praktische Umsetzung technischer Lösungen interessiert. Ihr Praktikum bietet mir die Möglichkeit, meine CAD-Kenntnisse und mein Verständnis für Entwicklungsprozesse in einem industriellen Umfeld zu vertiefen.“
Das ist ein wichtiger Perspektivwechsel. Du bewirbst dich nicht nur, um etwas zu lernen. Du bewirbst dich auch, um nützlich zu sein.
Was nicht sinnvoll ist:
Keywords künstlich wiederholen
Sätze unnatürlich für Suchmaschinen schreiben
alle Anforderungen aus der Anzeige stumpf nachbauen
Buzzwords ohne Belege verwenden
ATS-Optimierung bedeutet bei einem Motivationsschreiben nicht, dass du für einen Roboter schreibst. Es bedeutet, dass dein Text klar genug ist, damit System und Mensch schnell erkennen, worum es geht.
Der Mensch entscheidet am Ende trotzdem. Und Menschen mögen keine Keyword-Suppe.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Warum dieses Beispiel funktioniert: Es erklärt nicht nur Motivation, sondern zeigt Verbindung. Studium, Projekt, Nebenjob, Stelle und Unternehmen ergeben zusammen eine nachvollziehbare Geschichte. Genau das ist bei Praktikumsbewerbungen stark.
Der Ton ist selbstbewusst, aber nicht übertrieben.
Es gibt keine entschuldigenden Formulierungen für fehlende Erfahrung.
Die Sprache klingt menschlich, konkret und professionell.
Das Schreiben passt zur Stellenanzeige.
Der Text könnte nicht unverändert an zehn andere Unternehmen geschickt werden.
Meine ehrliche Recruiter-Regel: Wenn du den Unternehmensnamen austauschen kannst und das Schreiben immer noch genauso gut passt, ist es nicht spezifisch genug.